SDL Trados Studio zählt zu den meistgenutzten Übersetzungsumgebungen für professionelle Sprachdienstleister. Wer viel mit dem Programm arbeitet, spart durch die richtigen Such- und Filterfunktionen viel Zeit. Dieser Ratgeber zeigt praxisnah, wie sich Texte im Editor gezielt finden und bearbeiten lassen.
Anzeigefilter im Editor nutzen
Der Anzeigefilter (Display Filter) ist das schnellste Werkzeug, um im geöffneten Dokument bestimmte Segmente sichtbar zu machen. Statt durch Hunderte Zeilen zu scrollen, blenden Sie gezielt nur die relevanten Segmente ein. So gehen Sie vor:
- Öffnen Sie das Dokument im Editor-Modus.
- Blenden Sie die Leiste des Anzeigefilters ein, sofern sie nicht sichtbar ist.
- Geben Sie einen Suchbegriff ein, um nur Segmente mit diesem Text anzuzeigen.
- Kombinieren Sie die Textsuche bei Bedarf mit weiteren Filterkriterien.
Suchen und Ersetzen
Für einfache Änderungen an bekannten Textstellen eignet sich die Funktion Suchen und Ersetzen (Find & Replace). Sie funktioniert ähnlich wie in einer Textverarbeitung, wirkt aber auf die Segmente der Übersetzung. Nützlich ist das etwa, wenn ein Firmenname, eine Produktbezeichnung oder eine wiederkehrende Formulierung projektweit angepasst werden soll. Prüfen Sie vor dem globalen Ersetzen immer, ob die Groß- und Kleinschreibung sowie mögliche Wortgrenzen korrekt berücksichtigt sind.
Konkordanzsuche im Translation Memory
Die Konkordanzsuche (Concordance Search) durchsucht das Translation Memory nach früheren Übersetzungen eines Begriffs oder einer Wortgruppe. Das ist besonders wertvoll, um konsistente Terminologie sicherzustellen. Markieren Sie ein Wort oder eine Phrase und lösen Sie die Konkordanzsuche aus. Trados zeigt Ihnen dann frühere Übersetzungen mitsamt dem jeweiligen Kontext. So sehen Sie auf einen Blick, wie ein Begriff in der Vergangenheit übersetzt wurde, und übernehmen die passende Variante.
Nach Segmentstatus filtern
In großen Projekten ist der Status der Segmente eine wertvolle Orientierung. Über den Anzeigefilter lassen sich Segmente nach ihrem Status einblenden, zum Beispiel:
- noch nicht übersetzte Segmente, um offene Arbeit zu finden
- bestätigte Segmente, um bereits fertige Passagen auszublenden
- Segmente aus einem Vorschlag des Translation Memory, die eine Prüfung benötigen
So behalten Sie den Überblick, welche Teile eines Dokuments noch Ihre Aufmerksamkeit brauchen.
Tipps für große Projekte
Bei umfangreichen Aufträgen mit vielen Dateien helfen einige Gewohnheiten:
- Kombinieren Sie Textsuche und Statusfilter, um gezielt an bestimmten Abschnitten zu arbeiten.
- Nutzen Sie die Konkordanzsuche regelmäßig, um die Terminologie über das gesamte Projekt konsistent zu halten.
- Arbeiten Sie mit einer sauber gepflegten Terminologiedatenbank, damit Fachbegriffe automatisch vorgeschlagen werden.
- Setzen Sie globales Ersetzen erst ein, wenn Sie sich der Auswirkungen sicher sind, und prüfen Sie das Ergebnis stichprobenartig.
Wer die Such- und Filterfunktionen von Trados beherrscht, arbeitet nicht nur schneller, sondern auch konsistenter und fehlerärmer.
Gerade bei anspruchsvollen Aufträgen aus dem Bereich der technischen Übersetzung zahlen sich diese Werkzeuge aus. Sie sorgen dafür, dass Terminologie über lange Dokumente hinweg einheitlich bleibt und keine Passage übersehen wird.